GESCHICHTE DES PAPIERMUSEUMS

Das Papiermuseum in Duszniki Zdrój ist das einzig professionell geführte Museum in Polen, das sich ausschließlich mit dem gesamten Thema der Papiermacherei befasst. Es trägt Material zusammen und bearbeitet es. Das Museum stellt seine Sammlungen über die Geschichte der Papiermacherei, der Druckerei sowie über die Geschichte der Stadt Duszniki Zdrój aus. Das Museum ist ebenfalls rege an der Papierkunst interessiert und arbeitet eng mit Künstlern aus diesem Bereich zusammen. Allgemein bekannt wurden das Bildungsangebot des Museums und seine wissenschaftliche Forschungsarbeit. Reichhaltige Sammlungen und Polens exklusive Büchersammlung über die Geschichte der Papiermacherei, wie auch die Interessen und Errungenschaften der Mitarbeiter, sind eine Quelle vieler Erfolge. Bei dem vom Kulturministerium veranstalteten Prestigewettbewerb Wydarzenie muzealne roku (Museales Ereignis des Jahres) gewann das Museum in Duszniki rund 6 Preise und Auszeichnungen, darunter im Jahre 1998 den Hauptpreis. 2001 gewann es Dolnośląski Klucz Sukcesu (den Niederschlesischen Erfolgsschlüssel) für die beste kulturelle Einrichtung. Gleichzeitig betreibt das Museum eine internationale Kooperation. Ein Beweis für die Anerkennung ist auch die Beauftragung des Museums mit der Organisation der internationalen Kongresse der Papierkünstler (JAPMA) im Jahre 2001 und des Internationalen Vereins der Papierhistoriker (IPH) im Jahre 2004. Dies sind Veranstaltungen, die zum ersten Mal in Osteuropa organisiert wurden. 2004 qualifizierte sich das Museum für das Finale des Wettbewerbs "Europäisches Museum des Jahres" (European Museum of the Year).

Seit dem Ende des 2. Weltkrieges befindet sich Duszniki Zdrój auf polnischem Staatsgebiet. Um die Papiermühle zu sichern, hat der Bevollmächtigte der polnischen Regierung sie dem nächst gelegenem Papierwerk in Młynów bei Kłodzko übertragen. Der Leiter des Papierwerkes begann mit der Überholung des Gebäudes in dem Bestreben, die Papierproduktion so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Doch sein Tod beendete das Vorhaben. Das Objekt stand mehrere Jahre verlassen und verwahrloste. Die Dächer wurden undicht und die Überreste der Produktionsanlagen wurden gestohlen oder zerstört. 1953 wurden die Stadtbehörden der Stadt Duszniki Zdrój auf das große, zugrunde gehende Objekt der Papiermühle aufmerksam. Einige Jahre dauerte die Suche nach Verbündeten für die Idee, die Papiermühle als ein Technikdenkmal zu erhalten und zu restaurieren. Verschiedene konkurrierende Konzepte gerieten aneinander: vom Umfunktionieren zu einem Obstmuseum bis hin zum kompletten Abriss der Gebäude.

Die Papiermühle hat inzwischen viele Freunde und Gönner gewonnen. 1962 hat der Woiwodschaftliche Denkmalpfleger Mittel für eine Sicherungsüberholung erhalten. Alle Dachschindeln wurden erneuert und neue Bretter und Balken eingesetzt. Die Restaurierung dauerte 4 Jahre.

Am 24. Januar 1966 besuchte der Vizeminister für Kunst und Kultur die Stadt Duszniki Zdrój, Er besichtigte die alte Papiermühle und schlug einer Konferenz mit Vertretern der Woiwodschafts-, Bezirks- und Stadtbehörden die Gründung eines Museums der Papiermacherei sowie eine Papierproduktion vor. Der Vorschlag wurde von dem Minister für Forstwesen und Holzverarbeitungsindustrie positiv erörtert und schon am 26. Januar 1966 wurde die Übereinkunft getroffen. Das Ministerium für Forstwesen beauftragte mit dem Vorhaben den Verein der Zellulose- und Papierindustrie in Lodz. Nach der abgeschlossenen Sicherungsüberholung hat der Woiwodschaftliche Denkmalpfleger am 31. März 1966 die Papiermühle offiziell unter die Administration der Zellulose- und Papierwerke in Bardo Śląskie gestellt und mit der Einrichtung des Museums der Papiermacherei im Mühlengebäude wurde begonnen. Leiter der Papiermühle wurde Jan Michał Kowalski. Mit technischen Angelegenheiten wurde das Projektbüro der Papierindustrie in Lodz und mit der Ausführung eine Expertengruppe aus Papierwerken beauftragt. Der Aufgabe, die Inneneinrichtung zu entwerfen, haben sich die besten Künstler unterzogen: Prof. Stanisław Zamecznik, Prof. Witold Chomicz und Prof. Zygmunt Acedański.

Dank der Information über die Arbeiten an der Einrichtung eines Museums der Papiermacherei in der Presse und im Rundfunk begannen zahlreiche Betriebe, Institutionen und Privatpersonen Exponate einzuschicken. Die ersten Gaben und Schenkungen waren: gemeißelte Matrizen zum Drucken von Tapeten (flach und rund) aus Gnaszyn, Schöpfsiebe und Gemälde von Papiermachern, Modelle von Papieranlagen aus Krapkowice und Jelenia Góra, Papierpressen, Möbel und Schaukästen und Büttenpapiere. Der Papierschöpfer aus Jeziorna bei Warszawa, Herr Teodor Chojnowski, komplettierte und überholte Geräte, die für die Inbetriebnahme der Papiermühle in Duszniki erforderlich waren. Mit gemeinsamen Kräften polnischer Papiermacher und Denkmalfreunde ist in Duszniki Zdrój ein lebendiges Museum entstanden, das Ausstellungstücke einstiger Papiertechnik und der Papierverarbeitung zusammenträgt. Am 26. Juli 1968 eröffnete der Minister für Forstwesen und Holzverarbeitungsindustrie, Roman Gesing, die 1. Etappe des Papiermachereimuseums [Abb.07].

Die Überholungs- und Anpassungsarbeiten gingen jedoch weiter. Die Schauproduktion von Büttenpapier begann aber erst im Jahre 1971, die typographische Druckerei wurde 1974 in Betrieb genommen und die neue Ausstellung mit Erzeugnissen der polnischen Papierindustrie wurde zwei Jahre später eröffnet.

In den Jahren 1984-2005 stand das Museum unter der Leitung von Bożena Schweizer-Makowska.

Bis Ende 1991 unterstand das Museum den Papierwerken in Bardo Śląskie. Seit dem 1. Januar 1992 wurde es dank der Bemühungen der Geschäftsführung eine selbständige Kultureinrichtung, die dem Industrie- und Handelsministerium unterstand. 3 Jahre später wurde es infolge einer Reform vom Wirtschaftsministerium übernommen.

Nach dem Selbstständigwerden des Museums im Jahre 1992 bot sich die Möglichkeit der professionellen Organisation - es sind mehrere Sachabteilungen entstanden: Abteilung für die Geschichte der Papiermacherei, für die gegenwärtige Papiermacherei, eine Bildungsabteilung und die Bibliothek. In der überholten Papiermühle wurden alle festen Expositionen verändert. 1997 - die Geschichte der Welt-, der polnischen und der schlesischen Papiermacherei (Textbuch Józef Dąbrowski, Kooperation - Teresa Windyka). 1998 - Geschichte der Technik und Technologie der Papiermacherei (Textbuch Maciej Szymczyk). Für die künstlerische Gestaltung war Frau Bożena Makowska verantwortlich, die plastischen Entwürfe hat Herr Marek Mikulski erstellt [Abb. 08].

Am 23. Juli 1998 hat das Museum der Papiermacherei bei einer mehrstündigen Überschwemmung einen enormen Schaden erlitten. Dank des riesigen persönlichen Einsatzes der Mitarbeiter und dank der finanziellen Unterstützung der polnischen Regierung, verschiedener Papierwerke und zahlreicher Organisationen und Privatpersonen konnten die Überschwemmungsfolgen schrittweise behoben werden. Die Überholung nach der Überschwemmung endete 2003 mit der Fertigstellung der geplanten Park- und Gartenanlagen.

Am 1. Januar 1999 wurde das Museum der Papiermacherei von dem Wirtschaftsministerium an das Marschallamt in Wroclaw übergeben.

Zur Zeit ist das Papiermuseum in Duszniki eines der wichtigsten touristischen Objekte im Glatzer Lande - die jährliche Besucherzahl beträgt etwa siebzigtausend Personen.

Übersetzung: Janusz Mrówka