GESCHICHTE UND BESCHREIBUNG DER PAPIERMÜHLE


Das berühmteste Papiermuseum Polens befindet sich in Duszniki Zdrój in einer aus dem 17. Jahrhundert stammenden Papiermühle, einem einzigartigen Technikdenkmal. Die Mühle liegt an dem Fluß Bystrzyca Dusznicka am südlichen Stadtrand, an einer internationalen, in Richtung Tschechien verlaufenden Straße.

Die erste Erwähnung der Papiermühle und des Papiermachers Ambrosius Tepper stammt aus der 2. Hälfte des 16. Jh. [Abb. 02]. Die erhaltenen Gebäude der Papiermühle bilden einen Komplex aneinander liegender architektonischer Objekte, die schrittweise, in unterschiedlichen Zeitabständen entstanden sind. Das innerhalb des Komplexes wichtigste Gebäude der Papiermühle fungierte einst als Wohn- und Produktionsbauwerk, errichtet im Jahre 1605. [Abb.03, Abb. 04, Abb. 05, Abb. 06]. Im Erdgeschoß fand die eigentliche Papierherstellung statt. In dem höher gelegen Stockwerk hatten die Wohnstuben und die Werkstätten ihren Platz. Im Dachgeschoß befand sich die Papiertrocknerei [Abb. 07]. Das Gebäude ist mit einem Doppelfallhöhe-Schindeldach überdeckt, begrenzt auf der westlichen Seite mit einem hölzernen Volutengiebel im Barockstil [Abb. 09, Abb. 04]. Das an das Hauptgebäude anschließende Trocknungsgebäude und die Eingangshalle wurden wahrscheinlich im 18. Jahr erbaut [Abb.10, Abb.11, Abb.12, Abb.13, Abb.14].

Die Geschichte der Papiermühle in Duszniki wurde in der Zeit von 1562 - 1939 von den Papiermachern aus der Familien Kretschmer, Heller und Wiehr gebildet. Im 17. Jh. zählte die Papiermühle zu den am meisten geschätzten Werken dieser Art in Schlesien. Sie hatte auch ein Monopol über die Papierlieferungen an die Breslauer ämter. Im 18. Jh. wurde die Papiermühle stark ausgebaut und mit modernen Anlagen zum Papiermachen ausgerüstet. Die Papierproduktion in Duszniki wurde erst 1937 eingestellt. Zwei Jahre später überließ Karl Wiehr, der letzte Eigentümer der Papiermühle, sie der Stadt für öffentliche Zwecke und mit der Absicht, dass in der alten Mühle ein regionales Technikmuseum gegründet wird.

Die Papiermühle war zum Zeitpunkt der übernahme durch polnische Behörden im Jahre 1945 verlassen und verwahrlost. Von den Papiermacheanlagen sind einzig Klammerhängetrockner für Pappe aus dem 19. / 20. Jh. [Abb. 15] sowie einige aus dem 19. Jh. stammenden Papierschöpfformen übrig geblieben. Erhalten sind auch äußerst wertvolle Elemente der Ausschmückung der Papiermühle - z.B. Wand- und Deckengemälde im Dachboden, entstanden im 17. - 19. Jahrhundert [Abb. 16, Abb. 17].

Übersetzung: Janusz Mrówka